Bei einer Fahrt entlang der Rechten Rheinstrecke zwischen Kaub und Braubach zeigen
sich eine Vielzahl von Baumaßnahmen. So gibt es fahrleitungslose Abschnitte, fehlende
Eisenbahnüberführungen, wie bsplw. in Wellmich, massive Schutzmaßnahmen unterhalb
von Felshängen mit großen Strohblöcken an den Gleisen und vor den Geländern zur B42
sowie Fangzäunen auf der Straße (bei Braubach).
Braubach
Quelle: DB AG / MainMotion
Nicht mehr wiederzuerkennen ist der Mittelbahnsteig von Braubach, der um 1935 bei der damals erfolgten
Erneuenung errichtet und mit einer Bahnsteigüberdachung aus Holz.
Davon ist nichts mehr vorhanden.
Um die in Resten vorhandene Treppe wurde eine massive Stahlkonstruktion eingerammt und als Rahmen ver-
schweißt, um in deren Schutz eine neue (schmalere?) Treppe und einen Aufzug zu errichten.
Kaub
Quelle: DB AG / MainMotion
Die Reste der Bahnsteigüberdachung am Mittelbahnsteig waren (samt Bahnsteig) am 19. Juli schon komplett
verschwunden, beide Treppenabgänge in die Unterführung wurden zerstört. Zwei große Bohrpfahlgeräte stan-
den im Bereich des alten Bahnsteigs.
Aus welchem Grund man nur einen einzigen Eurocent in eine "denkmalgerechte Sanierung" der inzwischen fast
komplett verschrotteten ehem. Bahnsteigüberdachung (rechts, unmittelbar vor dem ehem. Empfangsgebäude)
stecken sollte, erschließt sich mir nicht. Am 19.07. standen lediglich die Stützen noch, sämtliche sie verbinden-
den Träger sind demontiert und dabei auch gleich auf der Gleisseite mindestens ein halber Meter abgeschweißt.
Was mit dem breiten Treppenzugang in die Personenunterführung passieren soll, konnte ich noch nicht heraus-
finden. Aufgrund der geplanten Abmauerung in der PU kann diese nach dem Umbau nicht mehr von der Stadt-
seite (Weinhaus Bahles) genutzt werden.
Ab Mitte Dezember sind die Bahnsteige ausschließlich von der Rheinseite her über die bislang noch geschotterte
ehem. Zufahrt zur Ladestraße zugänglich. Um in die Stadt zu kommen geht es in einiger Entfernung erst sieben
Stufen hinab - in einen bereits mehrfach bei Hochwasser überschwemmten - Durchgang unter den Gleisen und
dann wieder 17 Stufen hinauf. Die erste barrierefreie Passage ist erst nach längerem Fußweg zwischen B42 und
Bahn möglich - welch ein Fortschritt
Neuwied
Quelle: DB AG / MainMotion
Eine regionale Besonderheit an der rechten Rheinstrecke (waren) die zeitlos modernen und sehr beständigen
Bimsbeton-Kassetten- und Stegplatten der Fa. "Friedr. Remy Nachfolger AG" aus Neuwied. Diese wurden schon
1915 in der Zeitung des "Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen" mit einer Anzeige und einer Abb. vom Dach
am Bf Engers beworben.
Die Konstruktionen waren u.a. in Linz (Rhein) und Kaub, sowie mit besonders großen Flächen am Hausbahnsteig
des Bahnhofs Neuwied vorhanden (im Foto linke Seite). Von der 145m langen und bis zu 12m breiten Überdachung
ist nichts mehr übrig geblieben.
Während die Deutsche Bahn AG in Kaub den Abbruch wegen angeblicher
Asbestbelastung schon vor Jahren voll-
zog, wird jetzt in Neuwied tabularasa gemacht. Obwohl die Stützen des Daches zwischen dem Kopf- und Haus-
bahnsteig noch aufwendig saniert und stabilisiert wurden, erfolgte (ohne jeglichen Schutz vor der ja auch dort
eigentlich vorhandenen Belastung durch Asbest) der vollständige Abbruch - und die Denkmalpflege schaut taten-
los zu - und hat sich lediglich zum Abbruch des EG geäußert, was nicht erhaltenswert sei ...
NACHTRAG:
Ehrenbreitstein: Es liegt kein Gleis mehr im Bereich des Bahnhofs. Bis auf den ehem.
Militärbahnsteig und den Außenbahnsteig zum Rhein hin ist alles weg., inkl. der (nied-
rigen) Bahnsteigüberdachungen. In der Rhein-Zeitung befürchtet ein Leser, dass ein
neuer ESTW-Funktionsbau den Blick auf das barocke Dikasterialgebäude massiv stören
könnte. Die Anfrage dazu wird von der DB nicht beantwortet, stattdessen nur die be-
kannten "Allgemeinplätze": 'wird baulich vorbereitet und nachgelagert in Betrieb gehen'.
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